
Die Möbel, die ich kreiere, zeichnen sich durch ihre Einfachheit und Bescheidenheit aus und nehmen mit ihren organischen Formen Bezug auf die Antike und das Mittelalter. Jedes Möbelelement wird mit Sorgfalt und Hingabe bearbeitet. Bevor ein Möbelstück entsteht, betrachte ich jedes Holzstück genau, lausche fast, bis es mir sagt, in welcher Form es in den kommenden Jahrzehnten bestehen möchte. Obwohl aus hartem Holz gefertigt, werden die Möbel durch meine Arbeit weich und sehr komfortabel. Jedes meiner Möbelstücke erhält einen Namen, der ihm eine neue Identität und Persönlichkeit verleiht.
Die von mir hergestellten Möbel passen perfekt zum neuesten Trend, der auf der japanischen Philosophie des Wabi-Sabi basiert, wobei "wabi" die Liebe zur Einfachheit und "sabi" die Schönheit des natürlichen Zeitverlaufs bedeutet. Sie propagiert minimalistische, aber sehr persönliche Innenräume. Auch der Trend der Achtsamkeit, der dazu ermutigt, sich nur auf wichtige Dinge zu konzentrieren, ist nahe verwandt. In einem im Wabi-Sabi-Stil eingerichteten Zuhause finden Sie Ruhe, können Stress abbauen und die kleinen Freuden des Alltags besser schätzen.
Für meine Arbeit verwende ich fast ausschließlich recyceltes Holz, das unvollkommen und einzigartig ist. Ich verwende keine Schrauben, Nägel oder Bolzen; die einzelnen Elemente verbinde ich miteinander unter Verwendung traditioneller Techniken. Zur Imprägnierung der Möbel verwende ich Wachs, Schellack oder Öl und nutze oft die traditionelle japanische Methode des Shou Sugi Ban.
Diese Methode beinhaltet das kontrollierte Verbrennen der oberen Schicht des weichen Holzes, die besonders anfällig für Feuchtigkeit, Schimmel und holzschädigende Organismen ist. Sie ist seit dem 17. Jahrhundert in Japan bekannt, seit dem großen Brand in Edo (dem heutigen Tokio), bei dem fast 70% der Stadt und rund 100.000 Menschenleben vernichtet wurden. Es wurde festgestellt, dass Häuser, die zuvor Bränden ausgesetzt waren und gelöscht wurden, überlebten, weil das Feuer kein brennbares Material auf dem zuvor verkohlten Holz fand. Die daraus gezogenen Schlussfolgerungen waren eindeutig - verkohltes Holz wird feuerfest. Holz, das dieser Behandlung unterzogen wird, wird widerstandsfähiger gegen Schädlinge, Witterungseinflüsse sowie Feuer und Wasser. Die größte Attraktivität des Shou Sugi Ban liegt jedoch in ihrem künstlerischen Wert. Erst nachdem die obere Zelluloseschicht verbrannt wurde, offenbart das Holz seine natürliche Textur. Die unverbrannten Jahresringe bilden dabei eine Art Fingerabdruck, den man wie Landkarten lesen kann, um das Alter des Baumes oder die Umgebungsbedingungen zu erkennen, in denen er einst gewachsen ist.
Dank der Shou Sugi Ban-Methode können auch Menschen, die ihr Augenlicht verloren haben, die Kunst und Schönheit der Natur bewundern.